Der Igel ist Tier des Jahres 2026

Eine Igelmutter transportiert ihr Jungtier in ein neues Versteck. Wahrscheinlich wurde sie am alten Ort gestört. © Biosphoto / Ronald Stiefelhagen
Das sympathische Tier des Jahres hat 8’000 Stacheln!
Er ist beileibe kein Kuscheltier. Und dennoch wird der Igel mit seinen schwarzen Knopfaugen als äusserst putzig empfunden und ist vermutlich das beliebteste Wildtier der Schweiz. Aber er ist zunehmend bedroht. Darum hat Pro Natura den Igel zum Tier des Jahres 2026 erklärt. Was er im Siedlungsgebiet braucht, sind naturnahe und vielseitige Strukturen. Das findet er offenbar in Hettlingen, wo Igel immer mal wieder zu sehen sind.
Es schleckt keine Geiss und auch kein Igel weg: Wo Wohnsiedlungen verdichtet werden, sind Igel-Lebensräume bedroht. Unsere stachligen Mitbewohner brauchen Sträucher, versteckte Ecken, naturnahe Gärten, Ast- und Laubhaufen und genügend Nahrung wie Käfer, Regenwürmer und Insekten. Kurz: In totgeputzten Gärten und Parks mit «englischem» Rasen wird man den sympathischen Stachligen kaum antreffen, wo es genügend «Unordnung» und Unterschlupfmöglichkeiten gibt, aber schon.
Der Naturschutzverein Hettlingen setzt sich seit langem für eine naturnahe Garten- und Umgebungsgestaltung ein und bietet auch entsprechende Beratungen an. Offenbar mit Erfolg: Igel sind in Hettlingen nicht selten anzutreffen. Eine offizielle Zählung gibt es zwar nicht, aber Igelsichtungen und auch Igelgelege mit Jungtieren in Gärten werden immer mal wieder gemeldet.
Der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) lebt mitten unter uns. Seit 2022 ist er aber auf der Roten Liste der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Igel legen auf ihren nächtlichen Streifzügen im Durchschnitt etwa einen Kilometer zurück. Dabei überqueren sie Strassen, müssen Hindernisse umgehen und sich vor Fallen wie Kellertreppen, Schwimmbecken oder Lichtschächten hüten. Vernetzte Lebensräume – von Naturgarten zu Naturgarten – helfen dem Igel. Wir können ihm die Suche nach Nahrung, Unterkunft, Aufzuchtsorte der Jungen und Winterschlaforte erleichtern, indem wir nicht nur naturnahe Orte, sondern auch barrierefrei Durchgänge schaffen, wie etwa bei Zäunen und Mauerwerk.
Informationen, Bilder und Videos:
https://www.pronatura.ch/de/tier-des-jahres-2026-igel
Auskunft, Beratungstelefon und regionale Igelabgabe:https://www.igelstation-kollbrunn.ch/
