Goldruten und andere „gnadenlose“ Pflanzen

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Ein Neophyt ist eine gebietsfremde Pflanzenart, die mit oder ohne Absicht in den natürlichen Lebensraum eingeführt wurde. Unter den Neophyten gibt es "invasive Arten", die sich auf Kosten einheimischer Arten massiv ausbreiten. Diese invasiven Arten stellen eine grosse Gefahr für die Natur dar. Sie gelten weltweit als die zweitgrösste Gefährdung der biologischen Vielfalt. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Verbreitung dieser Pflanzen einzudämmen, indem im eigenen Garten heimische Pflanzen bevorzugt und invasive Arten inklusiv Wurzeln entfernt werden.

 

Empfehlung zu Einschränkungen beim Verkauf von gebietsfremden    Problempflanzen

Schwarze Liste Neophyten

Die kanadische Goldrute

Fremdpflanzen im Garten

 

Projekt der Neophytenbekämpfung im Wald beim Mädlesten

Nicht nur im Siedlungsgebiet, auch in den Naturschutzgebieten und in der Landschaft um die Dörfer dehnen sich die Fremdpflanzen aus. Sie sind sonnenhungrig, aber sonst sehr anspruchslos. 

Ausgehend von der langjährigen und erfolgreichen Neophytenbekämpfungs-Aktion (v. a. Goldruten) im Baldisriet weitet der NVH diese Tätigkeit auch für den Wald um das Mädlesten-Riet aus. Dieses Naturschutzgebiet steht ebenfalls unter hohem Neophyten-Druck. Viele Stunden Goldruten- und Springkrautbekämpfung wendet der Verein Grünwerk seit Jahren im Auftrag der Fachstelle Naturschutz des Kantons ZH auf, um der einheimischen Pflanzenwelt genügend Platz zu geben. Seit 2 Jahren legt im Juni der NVH im Wald um das Mädlesten Hand an. Wir sind hier leider zu wenig effizient und haben Verstärkung gesucht. Der Verein Grünwerk wird nun für die nächsten 3 Jahre mit Zivildienstleistenden die zuvor kartierte Fläche gründlich „säubern“. Die anfallenden Kosten werden in verdankeswerter Weise zum grossen Teil von der kantonalen Fachstelle für Naturschutz und der Gemeinde Hettlingen übernommen. Der  NVH kommt vor allem für die Kosten der Kartierungen auf und wird sich weiterhin aktiv bei der Bekämpfung einsetzten. Wir würden uns sehr über eine Beteiligung der betroffenen Waldeigentümer freuen, welche im Frühsommer über das Projekt genauer informiert werden.
Grundsätzlich möchten wir herausfinden, ob wir  in diesem Gebiet mit einer konsequenten Bekämpfung  und Kontrolle der Neophyten  zu einer wesentlichen Entschärfung des Problems beitragen können.
Wir sind überzeugt, dass die Resultate dieses Projektes eine zukunftsweisende Wirkung für weitere Projekte im Zusammenhang mit Neophyten im Kanton Zürich haben wird.
Dieses ist eines der Projekte (wie die Unterschutzstellung und Aufwertung des Chüechlibergs) der Kampagne 100xZüriNatur des ZVS/BirdLife Zürich

Oktober 2016:
Das Projekt läuft inzwischen einige Jahre sehr gut. Die Neophyten sind in Anzahl, Dichte und Häuffigkeit der Standorte wesentlich zurückgegangen! Die Standorte sind kartiert (ausser jeweils neue Fundorte) und werden jährlich mindestens zwei mal abgesucht. An einigen Standorten konnten wir das erneute Wachstum von einheimischem Springkraut und anderen raren einheimischen Pflanzen feststellen.
Der Neophyten-Druck auf das eigentliche Naturschtzgbiet hat stark abgenommen, was die Pflegearbeiten um einiges einfacher macht. Es kann Zeit und dadurch Geld eingespart werden. Darum wird ab 2018 die "Neophyten-Pflege" im Mädlesten-Wald in die Pflegearbeit des Vereins Grünwerk überführt.
An der Delegiertenversammlung des BirdLife Zürich im Jahr 2015 konnten wir über unser Konzept und den Erfolg berichten und einige weitere Vereine dazu ermutigen, sich ebenfalls an "eine grössere Sache" zu wagen.

 

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