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Wanderfalke - der pfeilschnelle Jäger ist Vogel des Jahres 2018

Er ist das schnellste Tier der Welt. Mit bis zu 300 Stundenkilometern stürzt sich der Wanderfalke im Flug auf seine Beute. Aber auch sonst ist der Wanderfalke ein Vogel der Superlative: Mit über einem Meter Flügelspannweite ist er der grösste Falke der Schweiz. Er kommt auf allen Kontinenten ausser der Antarktis vor und brütet sowohl an Felsen als auch mitten in den Städten. Auch in Winterthur und der Region ist der aparte Luftakrobat immer mal wieder zu beobachten, zum Beispiel im Gebiet Hegmatten bei Hegi oder manchmal auf dem «Roten Turm», dem Gebäude der AXA Winterthur.

Wie ein Pfeil und mit atemberaubender Geschwindigkeit stürzt sich der Wanderfalke auf andere Vögel, die er im Flug mit seinen Krallen packt. Der Falke mit der markanten Gesichtsmaske ist von BirdLife Schweiz zum Vogel des Jahres 2018 gekürt worden. Einerseits aufgrund seiner Faszination: Schon in vorchristlicher Zeit waren die Menschen vom Wanderfalken fasziniert, wie der falkenähnliche ägyptische Gott Horus zeigt. Andererseits musste der eigentlich genügsame Wanderfalke immer wieder vor menschlichen «An- und Übergriffen» geschützt werden. Auch heute noch.  

Wanderfalken waren ab 1950 vom Pestizid DDT stark betroffen. Wegen des Gifts legten sie – wie andere Greifvögel – Eier mit zu dünnen Eischalen, mit der Folge, dass der Bruterfolg gegen Null sank. Auch die damals noch erlaubte Bejagung tat ihr Übriges. Aus vielen europäischen Ländern verschwand der Wanderfalke als Brutvogel. In der Schweiz konnten sich nur kleine Restbestände halten. Die langsame Erholung begann nach dem Verbot von DDT in den Siebzigerjahren. Heute besiedelt der «Vogel des Jahres» wieder viele Gegenden Europas – ein Grosserfolg des internationalen Naturschutzes. In der Schweiz werden rund 300 Paare gezählt.

Neue Bedrohungen durch skrupellose Taubenzüchter

Nun aber drohen ihm neue Gefahren: BirdLife Schweiz hat in den letzten Jahren über ein Dutzend Vergiftungsfälle registriert. Dabei versuchten gewisse Taubenzüchter Falken zu vergiften, indem sie ihre Tauben mit hochpotentem Gift präparierten. Das inzwischen berühmte Zürcher Wanderfalken-Weibchen, das in seinem Nest vor laufender Webcam starb, war nur eines der Opfer. Bislang wurden zwei Züchter identifiziert und verurteilt. Die Dunkelziffer dürfte jedoch gross sein, denn viele städtische Brutplätze von Wanderfalken sind verwaist und der Schweizer Bestand ist in den letzten Jahren um rund 15 Prozent gesunken

BirdLife Schweiz setzt alles daran, dass der Wanderfalke in der Schweiz eine Zukunft hat. Dazu gehört der öffentliche Kampf gegen die Vergiftungen, der Einsatz für mehr Biodiversität im Siedlungsraum wie auch der ständige Einsatz gegen die schlimmsten Pestizide und andere Umweltgifte. Diese Massnahmen kommen nicht nur dem Wanderfalken, sondern auch vielen anderen Arten zugute.

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